Roomtour: Mein Näh- und Arbeitszimmer

Kannst du dich noch an die MTV Show „Cribs“ erinnern? Dort präsentierten die Stars ihre dekadenten Häuser. Nachdem sie mit stolzer Brust durch ihre opulenten Esszimmer und Wohnzimmer führten, steuerten sie mit den Worten „the place where the magic happens“ auf das Schlafzimmer zu.

Würde ich als coole Rapperin meine Bude herzeigen, dann würde ich definitiv mein Näh- und Arbeitszimmer als „where the magic happens“-Raum vorstellen. Denn für mich ist es immer noch Magie, wie in diesem Zimmer meine Texte, Fotos, Designs und Kleidungsstücke entstehen. Grund genug dich heute in diesen zauberhaften Raum mitzunehmen.

Genau 10,7 Quadratmeter hat mir mein allerliebster Freund für mein „Cribs“ (eigenes Reich) abgetreten. Und dafür bin ich ihm unendlich dankbar. Denn wie jeder Kreative oder Home-Office-Worker weiß, ist es das Beste überhaupt, wenn du für deine Projekte auch Platz hast. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, je größer der eigene Bereich, desto größer die Kreativität und Lust am Arbeiten.

Auch bei mir gab es nämlich eine Zeit als ich noch kein eigenes Arbeitszimmer hatte. Damals habe ich im Wohnzimmer gearbeitet und genäht. Das hat nur halb so viel Spaß gemacht. Außerdem war dann immer die Frage im Raum ob es sich überhaupt auszahlt, alles herzuräumen, auch wenn ich nur eine Stunde Zeit habe. Gott sei Dank gehört diese Zeit jetzt der Vergangenheit an und ich habe mittlerweile genügend Platz für mich und meine Arbeitsutensilien.

Arbeiten und Nähen

Optisch ist mein Arbeitszimmer in zwei Bereiche und somit zwei Arbeitstische gegliedert. Auf dem ersten Schreibtisch ist alles was ich zum Arbeiten brauche, sprich alle technischen Geräte und meine Notizbücher in die ich all meine Ideen schreibe. Dort verfasse ich Artikel, bearbeite meine Bilder, schreibe Angebote und mache den ganzen organisatorischen Kram.

Im Nähbereich, dem zweiten Schreibtisch, steht mein Fuhrpark aka. Overlock und Nähmaschine. Im „Cribs-Style“ wäre das wohl am besten mit der Garage und den ganzen Prolo-Autos zu vergleichen. Was für den Rapper eine überteuerte Karre ist, ist für mich meine Nähmaschine. Zwar muss ich noch auf den Rolls Royce sparen, aber gut Ding braucht ja bekanntlich Weile. Und in der Zwischenzeit komme ich auch so ganz gut zurecht.

Gleich neben meinen Nähmaschinen hängen griffbereit die wichtigsten Utensilien die ich zum Nähen brauche. Das sind Scheren – insgesamt fünf Stück, da habe ich eine Schwäche, Maßbänder, mein Schneiderwinkel und meine Pinzette. Denn nichts ist nerviger wenn der Faden in der Overlock festhängt und ich erst einmal die Pinzette suchen muss.

Der Nähtisch ist übrigens auch der Bereich, wo ich meine Videos für Youtube und Snapchat filme. Oben, von der Decke hängend, befindet sich hier eine Kamerahalterung, sodass ich alles mitfilmen kann was ich am Tisch mache. Zusätzlich stelle ich dann noch eine Kamera vor mir auf, damit du mich auch von vorne beim Arbeiten siehst.

Die Verbindung zwischen beiden Arbeitsbereichen bildet meine DIY Korkwand, sozusagen das Herzstück im Nähzimmer. Wobei es eigentlich als riesengroßes Moodboard zu verstehen ist. Dort kann ich meine Ideen festhalten und bei Bedarf auch wieder eliminieren, wenn ich gerade wieder von etwas Neuem begeistert bin. Das ist mir besonders wichtig, denn sonst hätte ich wahrscheinlich wie früher in meinem Kinderzimmer alle zwei Monate die Möbel umgestellt um frischen Wind reinzubringen.

Gegenüber der Korkwand stehen noch zwei Kästen, die ich aus ästhetischen Gründen nicht abfotografiert habe. Die Kameraleute von „Cribs“ würde ich dezent weiterleiten mit den Worten „Hier gibt es nichts zu sehen“ oder einer spannenden Geschichte über mein bisheriges Bloggerleben.

In diesem Teil des Zimmers sammeln sich nämlich meine Ordner und Stoffe, sowie die vielen Hintergründe zum Fotografieren. Aber auch Nähbücher und meine Unterlagen aus dem Modekolleg sind dabei. Diese ehemaligen Schulsachen von der Herbtstraßse sind übrigens die wertvollsten Dinge in meinem Crib, denn darauf greife ich zurück, wenn ich Designs für meine Kollektion entwerfe. Und im Internet kann dir leider kein Mensch gscheit erklären, wie du einen Raglanärmel zeichnest.

Obwohl mein Zimmer doch schon ziemlich voll ist, bin ich damit immer noch nicht ganz zufrieden, mir fehlt nämlich noch eine Kleiderstange. Und ich wäre nicht Fashiontamtam, wenn ich nicht auch das selbermachen würde. Das dauert zwar etwas länger, sieht dann aber (hoffentlich) umso besser aus. Wir (um ehrlich zu sein mein Freund) haben dafür ein Rohr aus dem Baumarkt schwarz lackiert. Dieses Rohr sollte dann mit einer Schnur von der Decke hängend montiert werden. Es bleibt also spannend, ob alles so funktioniert wie geplant. Natürlich werde ich dir berichten, wie es so gelaufen ist.

Damit sind wir auch schon wieder am Ende der Roomtour angelangt. Ich hoffe du liest bei der nächsten Roomtour wieder mit, bis dahin: „Yo Man und Peace“ – mit der Handbewegung eines coolen Rappers. Bussi.

 

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