DIY: T‑Shirt nähen

Trom­mel­wirbel, Tschakala­ka und Juhu­u­u­u­u­uu. Anders kann ich meine Freude über den ersten fer­ti­gen Schnitt im Rah­men mein­er #ootd Kollek­tion nicht aus­drück­en. Nach monate­langer Arbeit ist #swag nun endlich fer­tig. Es han­delt sich dabei um ein klas­sisch geschnittenes T‑Shirt mit run­dem Hal­sauss­chnitt und kurzen Ärmel. Wobei ich mir eh ziem­lich sich­er bin, dass du das Leiberl zumin­d­est irgend­wo auf Face­book oder Insta­gram gese­hen hast, so oft wie ich das in let­zter Zeit gepostet hab.

Und jet­zt ist endlich auch die passende Bild-für-Bild-Anleitung dazu fer­tig. Den Schnitt für das T‑Shirt #swag kannst du auf in meinem Online-Shop kaufen, hier unten gehts los mit dem Tuto­r­i­al zum T‑Shirt #swag.

So geht´s: Anleitung T‑Shirt nähen

Du benötigst für dein selb­st­genäht­es T‑Shirt neben ein­er Näh­mas­chine*, ein­er Over­lock und Bügeleisen fol­gen­des Mate­r­i­al:

– Jer­seystoff (cir­ca 1 Meter)
– Steck­nadeln
– passende Näh­sei­de
– Schnei­der­winkel bzw. Lin­eal
– Schnei­derkrei­de
– Kleine Schere
– Maßband
– Zwill­ingsnadel und ev. Jer­sey­nadel (Stärke 70)
— Rollschnei­der und Zuschnei­de­mat­te oder Schere
— Hand­maß
— Nadel zum Fäden einziehen
Vor­bere­itung: Vor der Ver­ar­beitung den Stoff waschen und bügeln, damit er nachträglich beim Waschen nicht schrumpft.

1. Zuschnitt
Das T‑Shirt beste­ht aus Vorder- und Rück­en­teil, die jew­eils im Stoff­bruch zugeschnit­ten wer­den, zwei Ärmel und einem Hal­sauss­chnit­tbänd­chen. Die Nahtzu­gabe beträgt 2 cm am Saum und 1,5 cm am Ärmel­saum, sowie 0,7 cm an den Seiten­näht­en, der Schul­ter sowie am Hals- und Armauss­chnitt.

Bei meinem Schnittmuster ist die Nahtzu­gabe bere­its enthal­ten. Somit kon­nte ich gle­ich ent­lang der Sch­ablone “rollschnei­dern” (Ich meine damit: “den Schnitt mit dem Rollschnei­der auss­chnei­den”).
2. Erste Schul­ter­naht schließen
Zunächst eine Schul­ter­naht schließen. Dabei eine Schul­ter­naht vom Vorder- und Rück­en­teil rechts auf rechts (schöne Seite innen) mit Steck­nadeln fix­ieren und die Naht mit der Over­lock zusam­men ver­säu­bern. Danach die abste­hen­den Fäden abschnei­den.

Alter­na­tiv kann dafür auch eine Näh­mas­chine ver­wen­det wer­den. Dafür am besten einen kleinen Zick­za­ck­stich bzw. Over­lock­stich ein­stellen und eine spezielle Jer­sey­nadel ver­wen­den. 3. Hal­sauss­chnitt
Das gebügelte und in der Mitte gefal­tete Bünd­chen wird mit Steck­nadeln rechts auf rechts an den Auss­chnitt gesteckt. Beim Steck­en darauf acht­en, dass der Streifen, nicht aber der darun­ter­liegende Stoff gedehnt wird.Danach den Streifen mit der Over­lock (alter­na­tiv Näh­mas­chine) an den Auss­chnitt ver­säu­bern. Nach­dem der Streifen an den Hal­sauss­chnitt gesteppt wurde, bügelst du diesen nach innen. 4. Zweite Schul­ter­naht schließen
Jet­zt die zweite Schul­ter­naht schließen, indem die Teile rechts auf rechts aufeinan­der gesteckt und mit der Over­lock zusam­men ver­säu­bert wer­den. Damit die Naht im Auss­chnit­tbere­ich punk­t­ge­nau aufeinan­der liegt, kann diese Naht auch vor dem Nähen geheftet wer­den. Danach die abste­hen­den Fäden abschnei­den.

Im näch­sten Schritt eine von außen sicht­bare Stepp­naht ent­lang des Hal­sausss­chnittes nähen. Diese ver­hin­dert, dass sich der Streifen nach außen stülpt und die ver­säu­berte Naht sicht­bar wird. Bei diesem Schritt soll­test du unbe­d­ingt eine Jer­sey­nadel ver­wen­den, Stich­größe 2,5  und einen ger­aden Stich auf dein­er Näh­mas­chine ein­stellen. Danach den Auss­chnitt bügeln und die abste­hen­den Fäden einziehen.5. Ärmel ein­set­zen
Die Ärmelein­satzze­ichen (Knips im Schnitt) auf die Markierun­gen im Armauss­chnitt steck­en, ent­lang des Vorder- und Rück­en­teils fix­ieren und mit der Over­lock zusam­men ver­säu­bern. Der Ärmel liegt dabei rechts auf rechts. Danach den Ärmel bügeln und die abste­hen­den Fäden abschnei­den.

6. Seiten­nähte schließen

Vom einge­set­zten Ärmel hin bis zum Saum die Seiten­naht rechts auf rechts auf bei­den Seit­en mit Steck­nadeln fix­ieren und mit der Over­lock zusam­men ver­säu­bern. Die Seiten­nähte bügeln und die abgeschnit­te­nen Fäden mit ein­er Nadel einziehen.7. Saum nähen

Für die Saumver­ar­beitung ver­rate ich dir einen Geheimtipp. Ich benutze eine Zwill­ingsnadel. Damit sehen die Säume wie bei “echt­en” T‑Shirts aus. Nor­maler­weise bräuchte man dafür eine spezielle Näh­mas­chine, eine soge­nan­nte Cov­er­lock. Dank der Zwill­ingsnadel, geht das aber auch mit dein­er Haushalt­snäh­mas­chine.

Du set­zt sie ein, fädelst von oben zwei Fäden durch und ver­wen­d­est einen ger­aden Stepp­stich. Von außen hast du zwei par­al­lel ver­laufende Nähte, von innen eine etwas gekräußelte Naht. Für noch mehr Pro­fes­sion­al­ität kannst du vor­ab die Naht auch mit der Over­lock ver­säu­bern. Dann kommst du ein­er Cov­er­lock­naht schon ziem­lich nahe.

Sollte es beim ersten Mal mit der Zwill­ingsnadel nicht klap­pen, nur nicht die Geduld ver­lieren. Bei mir hat es erst nach ein paar Anläufen funk­tion­iert, dafür bekomme ich jet­zt wun­der­schöne Nähte hin.

Ärmel und T‑Shirt-Saum jew­eils 2 oder 1,5 cm nach innen bügeln. Ich ver­wende dafür ein Hand­maß. Die umge­bügelte Naht mit der Zwill­ingsnadel und einem ger­aden Stich step­pen.

Und schon ist das T‑Shirt fer­tig. Das ging ja recht flott, oder?

Infobox T‑Shirt nähen

Arbeit­szeit: Drei bis vier Stun­den
Maschi­nen: Näh­mas­chine und Over­lock
Mate­r­i­al: Ober­stoff 1 Meter, 5 Stück Näh­sei­de wenn du mit der Over­lock nähst
Kosten Mate­r­i­al: Stoff 15 Euro, Näh­sei­de 17 Euro
Schwierigkeits­grad: für Anfänger geeignet, Hal­sauss­chnitt erfordert ein biss­chen Übung

Aus meinen Fehlern lernen

Obwohl ich mit­tler­weile Profi im T‑Shirt nähen bin, habe ich doch ein paar Tipps für dich, damit es noch bess­er gelingt bzw. damit du Fehler ver­mei­dest.

  1. Knipse für die Markierung nicht zu tief schnei­den, son­st sind sie nachträglich sicht­bar. Also lieber eine kleine Schere anstatt der großen Schnei­der­schere ver­wen­den. NoNa.
  2. Wenn etwas nicht gelingt, auftren­nen! Man ärg­ert sich viel länger über den Fehler als es dauert ihn auszubessern. In meinem Fall musste ich den Auss­chnitt zweimal nähen, weil ich ihn beim ersten Mal zu wenig gedehnt hat­te.

PS: Du hättest auch Lust eigene Klei­dung zu nähen, aber weißt nicht wie du anfan­gen sollst? Dann ist mein Online-Nähkurs, den ich gemein­sam mit Anni­ka von Schnit­tliebe erstellt habe, genau das richtige für dich! Dort zeigen wir dir Schritt für Schritt wie du deine eigene Klei­dung nähen kannst.

9 Kommentare
  1. Hal­lo, danke für die Anleitung:)
    Reißt die Stepp­naht und die dop­pelte Stepp­naht denn nicht, wenn der Stoff gedehnt wird? Denn düse Naht ist ja nicht dehn­bar, richtig? Viele Grüße, Luzia

  2. Hal­lo liebe Luzia!

    Stimmt du hast recht, prinzip­iell wird Jer­sey mit einem Zick­za­ck­stich genäht. Die Zwill­ingsnadel ist sowas wie eine dehn­bare Naht, das passt schon. Und der Hal­sauss­chnitt ist so weit, dass er nicht reißt und kein Druck drauf kommt, daher kannst du hier eine nor­male Naht nehmen. Wenn du einen sehr kleinen Hal­sauss­chnitt hast, geht das natür­lich nicht.

    Alles Liebe,
    Lisa

  3. Hal­lo,
    man kommt um die Pro­duk­tion von T‑Shirts in Eigen­regie ja kaum umhin. Die Qual­ität der T‑Shirts ist in den let­zten Jahren der­ar­tig schlecht gewor­den, dass sie nach einem Jahr schon zu Lumpen gewor­den sind. Also auf ans Werk.
    LG
    Manu

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